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Was bedeutet Fährtenarbeit ?

Eine Fährte entsteht durch Tritte von Menschen oder Tieren. Beim Durchgehen des Geländes ändert sich der Untergrund, indem der Fährtenleger den Boden durch sein Gewicht aufwühlt und zudem von ihm abfallende kleinste Teilchen hinterlässt.

Auf geeignetem Untergrund, wie z.B. Schnee, können wir Menschen eine Fährte mit den Augen verfolgen. Der Hund bedient sich vor allem seines Geruchsinnes. Den Geruch durch das Zerstören beim Begehen nennen wir Grundwitterung, die vom Fährtenleger abfallenden Teilchen den Individualgeruch.

Durch diese beiden Gerüche entstehen chemische und bakterielle Reaktionen, welche die Duftintensität im Laufe der Zeit verändern. Günstige Witterung/Feuchtigkeit kann den Geruch nach einer gewissen Zeit intensivieren. Danach schwächt sich der Geruch ab und gleicht sich der Umgebungswitterung wieder an. Die Duftbestandteile einer Fährte sind vielfältig und entwickeln sich nach bestimmten Gesetzen.

Das Suchverhalten des Hundes

Freilebende Caniden wenden ihre Spürfähigkeit an, um ihre Beute zu verfolgen (Jagd-/Beutetrieb), andersgeschlechtlichen Artgenossen nachzuspüren (Fortpflanzungstrieb) oder um zur Meute zurückzufinden (Meutetrieb). Dabei ist es für sie wichtig, dass das Ziel erreicht wird.

Sie werden die Fährte verfolgen, wobei es keine Rolle spielt, wenn sie ein paar Mal kurz die Fährte verlassen. Erhalten sie von einem Objekt, das sie suche Geruch, werden sie direkt versuchen, es zu erreichen, ohne auf dem Boden zu suchen. Alles andere wäre verlorene Zeit und hätte schlechte Erfolgsaussichten.

Grundsätzlich können drei verschiedene Suchverhalten unterschieden werden:

1. Exaktes, genau dem Spurenverlauf nachgehendes Fährten.
2. Ungefähres Nachspüren der Fährte.
3. Stöberverhalten

Das Ziel der Fährtenausbildung

Mit unserer Ausbildung wollen wir erreichen, dass der Hund eine einmal aufgenommene Fährte ruhig verfolgt und die Gegenstände aufnimmt oder verweist. Wir wollen vermeiden, dass er bei Fährtenkreuzungen die ursprünglich aufgenommene Fährte verlässt und auf die Verleitungsfährte überwechselt.

Nachdem dieses Ziel sehr schwierig zu erreichen ist und in der Praxis nur ganz selten vorkommt, streben wir die Fährtensicherheit an. Hier darf sich der Hund durch zeitlich verschobene Verleitungsfährten nicht ablenken lassen. Wechselt der Hund bei der Suche die Fährte, heißt dies noch lange nicht, dass er sie nicht suchen kann. In einem solchem Verhalten dürfen wir ihn nicht bestärken.

Beispiel:
Eine Fährte wird von einer Wildfährte oder einer intensiveren zweiten Fährte gekreuzt. Der Hund darf nicht gelobt werden, wenn er die zweite Fährte verfolgt.

Hier eine Kurzfassung der Ausbildung zur Fährtenarbeit

Bei der Fährtenarbeit (Spurensuche) sollte der Hund eine menschliche Trittspur in einem geeigneten Wiesen- bzw.
Ackergelände erkennen und weiter verfolgen, in dem er an einem für den Menschen erkennbaren Abgang angesetzt wird und das Kommando „Such“ erhält.

Auf dieser Fährte werden darüber hinaus verschiedene Gegenstände wie z.B. Lederstücke, Holz oder Jute in gewissen Abständen ausgelegt, die der Hund dann mit Hilfe seines Geruchssinns auffinden und durch entsprechendes Verhalten, wie aufnehmen oder verweisen anzeigen soll.

Die Fährtenform und die Anzahl der Gegenstände ist je nach Prüfungsstufe unterschiedlich und auch die Länge (Schritte) sind der Prüfungsstufe angepasst. Sie enthält nicht nur Geraden sondern auch Winkel.

Der aufzunehmende Fährtengeruch entsteht dabei größtenteils durch Verletzung des Erdbodens und Freiwerden bestimmter Boden- und Pflanzengerüche sowie durch den Individualgeruch des Fährtenlegers. Diesem Geruch soll der Hund folgen.

Die Fährtenarbeit ist außer bei geschlossener Schneedecke, festgefrorenem Boden oder Sturm, ganzjährig möglich. Die Fährtenhundprüfung kann auch bei den Schutzhundeprüfungen abgenommen werden.

Für die Fährtenarbeit steht unser Ausbildungswart Otto Will gerne zur Verfügung.

 

 

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